Maiswurzelbohrer

Diabrotica – der Albtraum aller Maisproduzenten

In Amerika nennt man ihn den „billion dollar bug“. Und es scheint als würde sich der Maiswurzelbohrer bemühen, diesem Ruf auch auf dem alten Kontinent gerecht zu werden. Anfang der 90er Jahre aus den USA eingeschleppt, hat der Käfer auch in europäischen Maiskulturen bereits Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Bis 2014 wurde die Verbreitung mit Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide bekämpft. Nach dem Verbot dieser bienenschädlichen Pflanzenschutzmittel hat sich die Problematik massiv verschärft.​

Die wichtigsten Zahlen zur Maiswurzelbohrer-Misere.

  • Mais ist die wirtschaftlich bedeutendste Ackerbaukultur weltweit
  • Rund 7 Millionen Hektar der europäischen Maisanbaufläche sind bereits vom Maiswurzelbohrer befallen (entspricht ca. 36% der gesamten Maisfläche)
  • 20–80% Ertragsverlust = € 360–1.440/ha

Exponenzielle Vermehrung verschärft Problem

  • Die Weibchen sind bereits kurz nach dem Schlüpfen paarungsbereit. Ihre Eier müssen nicht gleich befruchtet werden. Spermien können lange Zeit in der Samentasche (Spermatheca) aufgehoben werden und werden dann kontinuierlich zur Befruchtung der Eier eingesetzt.
  • Innerhalb weniger Wochen legt ein einzelnes Weibchen im Schnitt 400 Eier. 6–11% davon überleben.
  • Aus einem einzelnen Käfer werden daher ca. 40 Käfer im Folgejahr. Dieses exponentielle Wachstum verdeutlicht, wie stark und rasch sich der Schädling ohne eindämmende Maßnahmen ausbreitet.

So schädigt Diabrotica v.v. die Maispflanze

Den größten Schaden verursachen die Larven des Maiswurzelbohrers, die die Wurzeln anfressen. Die dadurch stark eingeschränkte Nährstoff- und Wasseraufnahme verringert die Standfestigkeit. Damit kann sich eine vom Schädling angegriffene Maispflanze nicht wie gewöhnlich entwickeln (Gänsehals-Symptom) oder fällt um. Die Käfer verursachen Fraßschäden an den Fahnen (Pollenfraß), an den Narbenfäden, an den Kolben (Körnerfraß) und an den Blättern (Streifenfraß). Der Fraß an den Narbenfäden beeinträchtigt die Befruchtung, wodurch die Pflanze kaum noch Maiskörner am Kolben ausbildet. Der Ertragsverlust auf den befallenen Flächen beträgt zwischen 20 und 80% und geht daher ohne Bekämpfung in die Milliarden.

Fruchtwechsel löst das Problem nur teilweise

Vielerorts wird zur Bekämpfung des Schädlings die Einhaltung einer Fruchtfolge empfohlen. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme, die in stark betroffenen Regionen auch gesetzlich vorgeschrieben wird. Dauerhaft gelöst wird das Problem damit aber nicht. Denn der Maiswurzelbohrer legt seine Eier auch in anderen Kulturen wie beispielsweise Kürbis, Soja, oder Weizen ab. Der Käfer kann sich auch von Getreidegräsern ernähren und es wurde beobachtet, dass einige Larven sogar über zwei Jahre überwintern können.

Mit Biotechnologie Zukunft sichern

Die Bekämpfung invasiver Arten stellt Entwickler von Pflanzenschutzmitteln vor völlig neue Herausforderungen. Und Scheitern ist keine Option. Umso intensiver arbeiten wir daran, der Landwirtschaft effektive Methoden zur Verfügung zu stellen, die ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind. Gemeinsam kann nachhaltige Landwirtschaft gelingen!

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